„Geheimratsecken“ ist eine Form des Haarausfalls, der sich auf den Bereich der Schläfen konzentriert. Der Begriff „Geheimratsecken“ (lat. Calvities frontalis) lehnt sich an einen Ehrentitel für Beamte des 17. Jahrhunderts an.
Geheimratsecken lassen sich in den meisten Fällen auf eine Verspannung der oberen Schädelmuskulatur und die folgende Unterversorgung der Haarwurzeln mit Blut und Sauerstoff zurückführen.
Hauptursachen sind Stress, Anspannung, Konzentration. Der verstärkte Haarausfall in diesem Bereich kann bei einer ursachenorientierten Behandlung innerhalb weniger Wochen gestoppt werden.
Passende Frisuren bei Geheimratsecken?
Bevor wir uns der Entstehung der Geheimratsecken im Detail zuwenden, hier kurz ein Thema, das Menschen mit diesem Leiden am häufigsten äußern: Gibt es eine passende Frisur für Geheimratsecken?
Welche Wahl-Möglichkeiten an Frisuren haben Männer mit Geheimratsecken? Welche Frauen? Wie kann man Geheimratsecken kaschieren oder auffüllen? Sind Haartransplantationen gegen Geheimratsecken das Mittel gegen den Haarausfall? Kann man Geheimratsecken wirkungsvoll verstecken?
Auf all diese Fragen gibt es keine allgemeingültigen Antworten. Grundsätzlich können Geheimratsecken bis zu einer bestimmten Größe durchaus mit Frisuren kaschiert oder versteckt werden. Diese Maßnahmen sind jedoch ab einer bestimmten freien Fläche nicht mehr modisch in Frisuren unbemerkt anwendbar. In diesem Fall käme evtl. eine Haartransplantation gegen Geheimratsecken in Frage.
All diese Vorschläge behandeln jedoch lediglich das Symptom Geheimratsecke. Ziel sollte jedoch ein Stopp des Haarausfalls sein, um eine weitere Vergrößerung der Geheimratsecken zu verhindern. Hierzu ist eine ursachenorientierte Behandlung notwendig.
Was tun gegen Geheimratsecken?
Selbst der Verlust von nur wenigen Haaren täglich kann kahl machen. Der eigentliche Bereich der Geheimratsecken ist etwa handtellergroß und umfasst ca. 5.000 Haare. Bei einem gezielten Ausfall der Haare in diesem Bereich kann der fast unmerkliche Ausfall von nur 20 Haaren pro Tag bereits innerhalb von wenigen Jahren eine deutliche Lichtung oder einen kahlen Bereich hinterlassen.
In Studien wurde festgestellt, dass die Blutzufuhr zum vorderen Bereich der Kopfhaut bei Haarausfall (Geheimratsecken) um bis zu 60 % vermindert ist. Die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln sinkt in diesen Bereichen um bis zu 45 %. Bei der Einschränkung der Blut- und Sauerstoffversorgung kann es vorkommen, dass die Haarwurzeln zunächst nur noch das dünne Flaumhaar („Vellushaar“) produzieren können. Manchmal fühlt sich das schlechter versorgte Haar „trocken“ oder „strohig“ an.
Ein Sauerstoffmangel an den Haarwurzeln liegt oft auch auf dem Schädeldach vor. Deshalb endet der Haarausfall häufig nicht mit der Bildung von Geheimratsecken, sondern entwickelt sich weiter über das gesamte Schädeldach.