Finasterid, der Wirkstoff von Propecia, ist ein Steroidabkömmling und ein spezifischer Hemmstoff des Typs II der 5 Alpha-Reduktase, des Enzyms, das die Umwandlung von Androgentestosteron in Dihydrotestosteron (DHT) vornimmt. DHT ist der biologisch wirksamere Teil des Hormons Testosteron.
Wirkansatz
Bestimmte Haarfollikel reagieren auf DHT mit der Reduzierung ihrer Wachstumsphase. Diese Empfindlichkeit der Haarfollikel ist erblich. Der Wirkstoff Finasterid greift in den hormonellen Stoffwechsel des Sexualhormons ein; es soll den Abbau von Testosteron in DHT hemmen. Somit sollen die Haarfollikel mit einer Verlängerung der Wachstumsphase reagieren.
Dies funktioniert allerdings nur dann, solange das Haarfollikel seine Aktivität nicht bereits eingestellt hat. Finasterid verschiebt den Beginn des androgenetischen Haarausfalls in spätere Jahre hinein und muß deshalb solange ununterbrochen genommen werden wie der betroffene Mann seine Haare behalten möchte.
Wird die Behandlung unterbrochen, fallen die Haare durch die wieder erfolgende Erhöhung des DHT-Spiegels im Blut auch wieder aus. Selbst die nachgewachsenen Haarfollikel fallen mit aus. Erfolge können frühestens nach einer Einnahmedauer von mindestens 6 Monaten beobachtet werden. Die kosmetisch sichtbaren Erfolge sind allerdings relativ gering. Insbesondere im Bereich der Geheimratsecken ist keine Wirkung dokumentiert. Bei Männern über 45 Jahren ist ebenfalls keine Wirkung dokumentiert.
Nebenwirkungen:
Ca. 2% der Männer berichten über Libido -und Potenzstörungen. Nach der Beendigung der Behandlung verschwinden diese meist wieder. Teilweise berichten Patienten über eine Vergrößerung der Brust. Die Prostata verkleinert sich und die hormonabhängige Körperbehaarung der Männer wird spärlicher. Es erfolgt eine gewisse „Verweiblichung“.
Patienten die Finasterid über einen längeren Zeitraum einnahmen, berichteten vereinzelt über erhöhte Werte des Leberenzyms y-GT. Eine Untersuchung berichtet über Depressionen die während der Einnahme auftraten. Brustkrebs kann laut MHRA auch nicht ausgeschlossen werden.
Durch Finasterid kann es zu einer Fehlfunktion der Meibom-Drüse kommen. Dies hat zur Folge, daß die ölartige Flüssigkeit, die dem Menschen als Tränenfilm zum Schutz vor Austrocknung dient, nicht mehr produziert kann und man in der Folge häufig über trockene Augen oder Sehstörungen klagt.
Frauen und Personen unter 18 Jahren dürfen das (männliche) Hormon-Präparat nicht einnehmen.