Ursachen von Spannungshaarausfall

Faktor Nummer 1: Stress  

Stress, Belastung, starke Anspannung und hohe Konzentration sind die
Hauptursachen für den Spannungshaarausfall. Permanenter Erfolgs- und
Zahlendruck, konzentrierte Bildschirmarbeit, angestrengte Autofahrten,
können die Muskelspannung am Schädel um ein Vielfaches verstärken.

In der Folge haben heute heute schon viele junge Männer bereits ausgeprägte
Geheimratsecken und bald darauf auch schon eine Tonsur. Bei Managern
beträgt die Haarausfallquote schon deutlichüber 80%. Das ist ein Tribut
ihrer hohen Arbeitsbelastung und der damit verbundenen Anspannung.
Stress ist mittlerweile die in der Literatur am häufigsten genannte Ursache
für Haarausfall.

Der DHT-Spiegel als Basis Spannungshaarausfall bei Männern und bei Frauen

Männer besitzen einen etwa 12 bis 14-fach höheren Testosteron und DHT-
Spiegel als Frauen und sind daher von Spannungshaarausfall besonders stark
betroffen. Die Verhornung mit DHT kann bei ihnen rasant schnell stattfinden.
Innerhalb von nur wenigen Jahren können bereits ganze Kopfpartien kahl
werden. Die Haarausfallschübe finden praktisch immer in Zeiten statt, in
denen ihr Stress und ihre Anspannung besonders hoch sind.
(Abb.1: Die DHT-Werte von Frauen und Männern)

Selbst bei Männern, die nur eine geringe vererbte DHT-Sensibilität der
Haarfollikel besitzen, können die Verspannung und die Beeinträchtigung der
Sauerstoffversorgung so stark ausgeprägt sein, dass die Haare im Bereich
der Geheimratsecken deutlich schütterer werden oder gänzlich ausfallen.

Bei Frauen trat diese Art des Haarausfalls früher im Allgemeinen erst nach
den Wechseljahren auf. Ihr Östrogenspiegel verringert sich dann und der
freie DHT-Spiegel im Blut erhöht sich. Aber auch bei Frauen zeigt sich eine
Entwicklung, daß dieser Haarausfall auch schon in jungen Jahren deutlich
häufiger beobachtet wird. Selbst bei einem relativ geringen DHT-Spiegel
wirkt sich die drastische Zunahme von Stress, Anspannung und die Beein-
trächtigung der Sauerstoffversorgung ihrer Haarfollikel ausgeprägt negativ
auf ihren Haarwuchs aus.

Die reduzierte Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Haarfollikel

Androgenetischer Haarausfall beginnt typischerweise an der Stirn und den
Geheimratsecken und verläuft über die Tonsur und das Schädeldach. Ein
Haarkranz von den Ohren rund um den Hinterkopf bleibt immer erhalten.
Warum, konnte bisher noch nicht erklärt werden.
(Abb.1: Der Verlauf des Haarausfalls)

Untersuchungen an der Universität Kopenhagen haben ergeben, dass
Männer mit androgenetischem Haarausfall in den Bereichen des Haarausfalls
(an Stirn, Tonsur, Schädeldach) eine um 60% schlechtere Durchblutung der
Kopfhaut haben, als Männer ohne Haarausfall.(1)

Eine Untersuchung am Butterworth Hospital in Michigan konnte nachweisen,
dass den Haarfollikeln in diesen Arealen fast 40% weniger Sauerstoff zur
Verfügung steht als bei Männern mit normalem Haarwuchs in den selben Arealen.

(Abb.2: Die Verschlechterung der Blut- und Sauerstoffsättigung)

 

 

Die Untersuchungsergebnisse bei Männern:

 

 

Ohne
Haarausfall

Mit
Haarausfall

 

Minus

Blutfluss unter
der Kopfhaut

35,7

13,6

 

ml/100g/min.

-62 %

Sauerstoff-
versorgung der
Haarfollikel

53,9


32,3

PO2/mmHG

-38 %

 

 

Die Haarmatrixzellen, die das Keratin (den Haarbaustoff) produzieren, haben
eine ca. 8-fach höhere Zellteilungsgeschwindigkeit als normale Hautzellen.
Sie reagieren extrem empfindlich auf Sauerstoffentzug. Ohne ausreichende
Sauerstoffversorgung können die zellbiologischen Prozesse in den Haarfollikeln
nicht mehr vollständig ablaufen.

In den betroffenen Kopfhautbereichen wird in den Zellen der Haarfollikel
vermehrt das Sexualhormon DHT angelagert. Das führt zur zunehmenden
„Verhornung“ der Haarfollikel durch DHT. Die Haarfollikel degenerieren und
das Haar fällt schließlich aus.
(Abb.3: Die Anlagerung von DHT im Haarfollikel)

Die Verspannungen der Kopfhautmuskulatur

Für die deutlich schlechte Durchblutung der feinen Versorgungsgefäße sind
starke Verspannungen der Kopfhautmuskulatur verantwortlich. Das sind
extrem flache und normalerweise nicht benutzte Muskelbänder, die rings-
um unter der Kopfhaut verlaufen. Diese flachen Muskelbänder werden bei
Stress, wie z.B. beruflicher Anspannung und hoher Konzentration, un-
bewusst sehr stark und andauernd angespannt.
(Abb.4: Die Verspannung der Kopfhautmuskulatur)

Die Kopfhautmuskulatur ist vernetzt mit der Kopfhaut und spannt diese
extrem straff über den Schädel. Direkt unter der Kopfhaut verlaufen feinste Ver-
sorgungsgefäße. Diese hauchdünnen Gefäße werden unter der angespannten
Kopfhaut zusammengepresst. Daher kann nur noch ein Bruchteil des be-
nötigten Blutes und Sauerstoffs zur Kopfhaut hintransportiert werden.
(Abb.5: Die Kompression der Blutgefäße)

Die Haarfollikel müssen in diesen Arealen unter permanentem Sauerstoffentzug
arbeiten und „verhornen“ zusehends mit dem Hormon DHT. Die Funktion der
Haarfollikel wird eingeschränkt. Normalerweise durchlaufen sie verschiedene
Phasen (Wachstum, Übergang, Ruhe). Ihre Energie reicht schließlich nicht
mehr, um aus der Ruhephase in die Wachstumsphase überzutreten.
Letztendlich sterben sie ab.
(Abb. 6: Die Einschränkung des Blutflusses)