Findet im oberen Bereich der Kopfhaut, in den Bereichen von Stirn und Scheitel bis hin zur Tonsur, starker Haarausfall statt, ist dies in den meisten Fällen auf eine Verspannung der oberen Kopfhautmuskulatur zurückzuführen.
Insbesondere bei Streß, Anspannung oder auch starker Konzentration wird die obere Schädelmuskulatur meist stark angespannt. Die obere Kopfhaut wird über den Schädel gespannt und die darunter verlaufenden, feinen Blutgefäße werden zusammengepreßt.
Bei Durchblutungsmessungen kann eine starke Verminderung der Durchblutung der oberen Kopfhaut um etwa 50 % gemessen werden. Die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln verringert sich um bis zu 40 %.
Bei erblich bedingtem Haarausfall liegt eine erhöhte Empfindlichkeit bestimmter Rezeptoren der Haarwurzeln vor. An diesen Rezeptoren sammelt sich das Hormon DHT an und führt dort zu einer starken „Verhornung“. Die Haarwurzeln degenerieren. Das Haar fällt aus.
In sehr vielen Fällen von erblich bedingtem Haarausfall wird diese Empfindlichkeit nur dann ausgelöst oder eben dramatisch verstärkt, wenn die Haarwurzeln zu wenig Blut und Sauerstoff erhalten. In den betroffenen Bereichen der Kopfhaut fallen dann sichtlich mehr Haare aus. Diese Areale, meist Scheitel, Geheimratsecken, Tonsur, werden licht und nach länger andauerndem Blut- und Sauerstoffmangel schließlich kahl.
Haarausfall sollte grundsätzlich immer an seiner Ursache bekämpft werden.
Bei der Untersuchung auf erblich bedingten Haarausfall sollte deshalb immer auch eine EMG-Messung der Kopfhautverspannung durchgeführt werden (ElektroMyoGraphie). Dieser spannungsbedingte Haarausfall kann sehr ursachenbezogen behandelt werden.
Die starken Verspannungen der Kopfhautmuskulatur lösen bei etwa 30 % der Frauen und bei etwa 15 % der Männer in der Haarsprechstunde ein „Spannen, Brennen, Kribbeln oder Jucken“ der Kopfhaut aus. Die sogenannte Trichodynie (Haarschmerz.)
Manche Patienten können das Spannen, Brennen oder Kribbeln sehr exakt auf ihren starken Streß und ihre starke Anspannung zurückführen und sogar räumlich den Muskelgruppen unter der Kopfhaut zuordnen. Die starke und andauernde Verspannung der Muskulatur löst eine „Übersäuerung“ aus, zudem werden die Nervenenden permanent stark gereizt. Die "Trichodynie" kann sehr zielgerichtet und erfolgreich behandelt werden.