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AC-Therapie gegen Haarausfall

Spannungshaarausfall, Alopecia Contentionalis, wissenschaftliche Grundlagen

Übersicht: TV Dokumentation

Die Verspannung der oberen Schädelmuskulatur bei Stress und Haarausfall

Verspannungen der Kopfhaut sind ein wesentlicher Auslöser von Haarausfall. Die unter der Kopfhaut verlaufenden Blutgefäße werden dadurch zusammengepresst. Durch den Blut- und Sauerstoffmangel schrumpfen die Haarwurzeln. Das Haar fällt aus.
Dieser Typus von Haarausfall wird Spannungshaarausfall genannt. Der Arzt stellt die Diagnose durch eine EMG-Messung. Die Behandlung muß direkt an der Ursache erfolgen. Durch eine nachhaltige Entspannung der verspannten Schädelmuskulatur.

Typische Anzeichen von Spannungshaarausfall, Alopecia Contentionalis

  • Der Haarausfall tritt insbesondere in Phasen von Stress und hoher Beanspruchung auf
  • Das Kopfhaar fällt nicht generalisiert aus, sondern nur in den schlechter durchbluteten Bereichen
  • Es entstehen zunächst eine höhere Stirn, ,Geheimratsecken’; im Bereich des Hinterkopfes eine Lichtung
  • Der Haarausfall erstreckt sich, spannungsbedingt, nur auf den oberen Bereich des Schädels
  • Das schlechter durchblutete Haar fühlt sich oft ,strohig’ an, es läßt sich nicht mehr so gut kämmen
  • Eventuell noch nachwachsendes Haar ist häufig dünner, es wächst nur noch kürzer, es fällt merklich früher wieder aus
  • Die Verspannung der Schädelmuskulatur zeigt sich in einer verstärkten Faltenbildung auf der Stirn
  • In Extremfällen der Verspannung kann ein ,Spannen, Brennen oder Kribbeln’ der Kopfhaut gespürt werden (Trichodynie)

Wissenschaftliche Dokumentation zur AC-Therapie gegen Haarausfall

1 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

Haarmatrixzellen besitzen eine ca. 8-fach höhere Zellteilungsaktivität als normale Hautzellen. Sie sind deshalb extrem anfällig für eine Schwankung ihrer lokalen Stoffwechselqualität (O², Nährstoffe).Der subkutane Blutfluss im Bereich der Kopfhaut ist aufgrund dessen rund 10-fach höher ausgelegt als der subkutane Blutfluss anderer Körperregionen.

Bei Männern und Frauen mit fortgeschrittener Alopezie liegt häufig, im Vergleich zu Männern ohne Haarausfall, im frontalen Bereich und am Schädeldach ein um 60 % signifikant reduzierter subkutaner Blutfluss vor. In der Folge ergibt sich ein eklatanter Unterschied in der transkutanen Sauerstoffsättigung der betreffenden Gewebeareale (Reduktion um ca. 40 %). Diese microvaskuläre Insuffizienz bewirkt einen erheblichen Sauerstoffmangel des Gewebes in den von Haarausfall betroffenen Kopfhautarealen.

Das Wachstum der Haare hängt von einer ausreichenden oder zumindest hinlänglichen Blut- und Nährstoffversorgung der Haarfollikel ab. Eines der ersten klinischen Anzeichen eines reduzierten peripheren Blutflusses ist Haarausfall. Die lokale Verbesserung der Sauerstoffsättigung in den betroffenen Arealen der Kopfhaut ist daher eine Grundvoraussetzung für die Verhinderung oder Behebung / Umkehr des typischen Haarausfalls.

Der Haupteinflussfaktor für die vaskuläre und microvaskuläre Insuffizienz liegt in der muskulären Tension in der oberen Schädelregion, die bei Männern und Frauen mit Alopezie signifikant erhöht ist. Maximalpunkte dieser Tension (der mit der Muskulatur vernetzten Kopfhaut) liegen, anatomisch bedingt, im Bereich der Trianguli (Geheimratsecken) und der Tonsur. Deutlich wird diese Tension in ausgeprägter frontaler Faltenbildung, einem deutlichen Hervortreten der Arteria temporalis superficialis oder der Trichodynie, einem Spannungsempfinden der Kopfhaut, das auch als persistierendes Kopfhautbrennen, Kribbeln („Ameisenlaufen“) oder einem regelrechten Schmerzen der Kopfhaut auftritt.

Durch die Relaxation der Muskulatur / der Kopfhaut kann die subkutane und transkutane Durchblutungsqualität deutlich verbessert und der Haarausfall signifikant reduziert oder behoben werden. Bereits inaktive Haarfollikel können wieder re-aktivert werden. Eine klinische Untersuchung zeigt einen Effekt auf Stopp bzw. Verlangsamung des Haarausfalls bei 80 % der Probanden.

Die Relaxation kann durch verschiedene Verfahren erreicht werden. Die in der Anwendung einfachste und gleichzeitig die effektivste Methode ist die medikamentöse Muskelrelaxation mittels eines präsynaptischen Neurotoxins. Sie hat sich bei vielen medizinischen Indikationen seit über 20 Jahren bereits hervorragend bewährt und konnte in ersten Tests den spannungsbedingten Haarausfall um 76 % reduzieren und eine Erholung der frontalen Haarlinie bewirken. Die Ergebnisse der klinischen Untersuchung übertrafen die mit konventionellen Therapien erzielten Resultate deutlich.

2 Häufig anzutreffende Auswirkungen von Haarausfall

Untersuchungen zeigen, daß das Haar, neben den Augen, als zweitwichtigstes „Körperorgan“ wahrgenommen wird. Haarwuchs gilt als Zeichen für Jugendlichkeit, Vitalität, sexuelle Attraktivität.

Keine andere kosmetische Veränderung zeigt die ersten Effekte des Alterns und nachlassender Attraktivität stärker auf, als Haarausfall. Können Falten zum Beispiel bei Männern noch als „prägnant“ gelten, so wirkt sich Haarausfall äußerst direkt auf ihre Wirkung auf andere Menschen, insbesondere des anderen Geschlechts, aus.

Viele Betroffene stehen unter einem immensen Leidensdruck und können sich von den klassischen therapeutischen Ansätzen in der Regel keine deutliche und berechenbar wirksame Hilfe erhoffen.

3 Der angetroffene Stand der Schulmedizin388d0c_db971c68eeda4f92b0fdb35b63e8eeee

Das Effluvium beginnt bei Männern zum Teil bereits im Alter von ca. 20 – 25 Jahren, typischerweise an der Stirn und an den Schläfen. In der Folge tritt es an der Tonsur auf und breitet sich sukzessive über das Schädeldach aus. Ein Haarkranz über den Ohren und am Hinterhaupt verbleibt (Donor-Areal). Der spezifische Haarausfall wird mittlerweile beim Mann als „sekundäres Geschlechtsmerkmal“ aufgefasst. Eine Therapie galt bislang als nur sehr bedingt möglich.

Bei Frauen verstärkt sich Haarausfall häufig erst in der Menopause. Dann sinkt der Östrogenspiegel, bestimmte Einweißstoffe, die das Hormon DHT binden, sinken ebenfalls. Der Wert des freien DHT steigt an; und damit die Neigung zur Verhornung der Haarfollikel mit DHT unter Sauerstoffmangel.

Die bisher angenommenen Ursachen waren

  • eine genetische Veranlagung
  • ein hoher Androgenspiegel (Testosteron und das Abbauprodukt DHT, DiHydroTestosteron)
  • Seborrhoe
  • Schuppung
  • Juckreiz

3.1 Bisher angewandte, klassische Therapieansätze

  • 1. 5-a-Reduktase Hemmer Basis: Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber der DHT-Akkumulation. Die Medikamente reduzieren den DHT-Pegel im Serum um ca. 50 %. Liegt die Ursache in einer muskulären Verspannung ist die Wirkung sehr begrenzt. Teils beträchtliche Nebenwirkungen.
  • 2. Durchblutungsförderung Basis: Die lokale Durchblutungsqualität der Kopfhaut soll durch die entsprechenden Medikamente angeregt werden. Bei Verspannungen im Schädelbereich hilft der kapilläre Ansatz wenig
  • 3. Nahrungsergänzung Basis: Die Qualität der Nährstoffversorgung der Follikel soll durch die entsprechenden Mittel gesichert werden. Trifft häufig nicht die reale Ursache des Haarausfalls
  • 4. Chirurgische Verfahren Verpflanzung sog. „Grafts“ von behaarten Kopfteilen an unbehaarte. Kein kuratives Verfahren. Die Ursache wird nicht behoben. Der eigentliche Haarausfall schreitet weiter voran.
  • 5. Kosmetische Verfahren Haarteile; „Hairweaving“ und Perücken. Auch dies ist kein kuratives Verfahren. Auch hier schreitet der Haarausfall weiter voran.

3.2 Überblick über die Wirkung seither angewendeten Präparate

Laut einer Studie der Stiftung Warentest müssen die aktuell verfügbaren Medikamente als weitgehend wirkungslos angesehen werden. In dieser Studie wird unter anderem ausgeführt, dass es nach heutiger Erkenntnislage der Schulmedizin nicht bekannt sei, warum „manche Haarpartien auf die DHT Ansammlung reagieren, andere kaum, später oder gar nicht“.

Bezüglich der aktuell zur Verfügung stehenden Präparate wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Hersteller „mit blumigen Erfolgsaussichten werben“ und „so leicht den Eindruck erwecken, die Wirkstoffe könnten helfen und den androgenetischen Haarausfall beeinflussen“.

3.3 Bewertung der angetroffenen Situation

Die früheren medizinischen Lösungsansätze zeigten gravierende Schwachstellen in der Konsistenz ihrer zugrunde liegenden Erklärungsmodelle und in der Folge in ihrer therapeutischen Wirkung. Insbesondere das bei Männern und Frauen absolut typische Verlaufsmuster des Haarausfalls wird von ihnen nicht oder nicht befriedigend erklärt.

  • Wäre der DHT-Spiegel im Serum der ausschlaggebende Auslöser für den Haarausfall, müsste der Haarverlust gleichmäßig über dem gesamten Bereich des Skalps stattfinden
  • Wäre der kapillare, transkutane Blutfluss maßgebend für die Degeneration der Haarfollikel, müsste dementsprechend die dafür maßgebliche Ursache im arteriellen und arteriolischen, subkutanen Blutfluss gesucht und behoben werden. Auch hier wäre ein gleichmäßiger Haarausfall zu erwarten
  • Des Weiteren wird in diesen Modellen nicht beachtet, dass viele Betroffene berichten, daß ihr Haarverlust insbesondere in Zyklen starker psychischer Beanspruchung (Stress) deutlich stärker auftritt, während in der gleichen Lebensphase und parallel dazu die restliche Körperbehaarung (insbesondere an Brust und Rücken beim Mann) eher noch zunimmt
  • Stress ist darüber hinaus die in der Fachliteratur eine der am häufigsten aufgeführte Ursache fürHaarausfall!

4 Ziele

Unsere Ziele waren die Erforschung der Primärursachen des Effluviums, der Aufbau eines umfassenden, konsistenten Hypothesengebäudes für die Erklärung, Vermeidung und die Behebung von Haarausfall und die Entwicklung einer kausal wirkenden Therapie. Dazu untersuchten wir das System ,Haar´ unter besonderer Beachtung kybernetischer Aspekte und entdeckten Kausalzusammenhänge, die erstmals die Basis für eine konsequent ursachenorientierte und damit berechenbar wirksame Therapie des Haarausfalls schufen. Die einzelnen Ebenen der ätiologischen Untersuchung und der sich ergebenden Kausalkette werden im Folgenden systematisch aufgeführt.

5 Basisuntersuchung I: Physiologischer Zyklus des Haares

Haarfollikel benötigen spezielle Qualitäten, weil ihr normaler physiologischer Zyklus wiederholte Zell- und Gewebewechselwirkungen und Organumge­staltungen verlangt. Die durchschnittliche Wachstumsgeschwindigkeit eines Anagenhaares beträgt 0,35 mm / Tag oder ca. 1 cm / Monat. Bei ca. 80.000 Haaren werden somit täglich 25 – 30 Meter Haar und pro Monat etwa 800 Meter Haar neu gebildet.

Die Haarfollikel liegen allgemein im tieferen Teil der Dermis, außer in der Kopfhaut, wo sich die Follikel im oberen Teil des Unterhautgewebes befinden. Das tiefere / untere Drittel der Haarfollikel wird von einem ausgeprägten Gefäßgeflecht, bestehend aus langen, mehr oder weniger parallelen, untereinander vernetzten, Kapillaren versorgt.

Die Zellen der Haarmatrix eines wachsenden Haares zeigen eine äußerst hohe Stoffwechselleistung und Zellteilungsaktivität. Die Teilungsgeschwindigkeit der Haarmatrixzellen liegt ca. acht mal so hoch wie diejenige normaler Hautzellen [1]. Der stetige Zellnachschub ist für die ständige Neubildung der Haarsubstanz, dem Keratin, erforderlich.

Der subkutane Blutfluss in der Kopfhaut gesunder Menschen liegt deshalb im Schnitt 10 mal höher als der subkutane Blutfluss anderer anatomischer Regionen. Die Blutversorgung der Kopfhaut über das Unterhautgewebe ist so hoch wie die Blutversorgung der Haut am gesamten restlichen Körper.[2] bildschirmfoto-2016-11-15-um-02-48-59

[1] Rook AR, Dawber R P; Diseases of the hair and scalp; Blackwell Scientific Publications
[2] Klemp P, Peters K, Hansted B; Subcutaneous Blood Flow in Early Male Pattern Baldness;Journal of Investigative Dermatology

5.1 Die systemischen Folgen:

  • Die systemische Abhängigkeit der Haarfollikel vom Parameter Stoffwechsel (Blutversorgung, Sauerstoffversorgung, Nährstoffe und Stoffwechselproduktentsorgung) ist äußerst hoch
  • Wie andere Gewebe mit schnellem Zellumsatz reagiert auch die Haarmatrix äußerst empfindlich auf äußere Störfaktoren. Eine Veränderung der oben genannten Eingangsparameter bedeutet für die hoch zellteilungsaktiven Haarfollikel eine gravierende Beeinträchtigung ihrer Arbeitsgrundlagen
  • Wachstum und Nachwachsen der Haare auf der Kopfhaut hängen von einer ausreichenden / hinreichenden mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgenden Blutversorgung der Haarfollikel ab.

6 Basisuntersuchung II: Topographie des Schädeldaches

6.1 Arterielles und venöses System:

Die systemische Versorgung der Kopfhaut und der Haarfollikel erfolgt über ein filigranes Geflecht von sich feinst verzweigenden Arterien, Arteriolen und Kapillaren, die über die knöcherne Schädeldecke hinweg verlaufen.Adäquat dazu erfolgt die Stoffwechselprodukt-Entsorgung durch ein fein verzweigtes venöses System.

6.2 Muskuläres System:

Quer über das Schädeldach verlaufen, vernetzt mit der Kopfhaut, die Muskelgruppen von

  • Musculus frontalis (zweigeteilt über der Nasenwurzel)
  • Musculus temporoparietalis (seitlich über den Ohrmuscheln)
  • Musculus occipitalis (über das Hinterhaupt)

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7 Basisuntersuchung III: Muskuläre Tension und korrelierende Gewebespannung

Viele Männer und Frauen neigen unter hoher Konzentration, (geistiger) Anspannung und / oder Stress zu einer damit korrelierenden, meist unwillkürlichen, Anspannung (Tension) der oberen Schädelmuskulatur.

Die Anspannung der oberen mimischen Muskulatur unter Stress und Konzentration (insbes. Musculus frontalis, Musculus temporalis, Musculus occipitalis) ist bei einem Großteil (insbes. der betroffenen Männer) bereits visuell deutlich erkennbar. Quere Stirnfalten werden verursacht durch den Musculus frontalis, Zornesfalten durch Musculus procerus, Krähenfüße durch Musculus orbicularis oculi.[1] Selbst im Occipitalisbereich ist bei einigen Betroffenen eine Faltenbildung der Kopfhaut zu beobachten.

Ca. 34 % der Betroffenen leiden unter Trichodynie („Haarschmerz“) und fühlen die Folgen der Spannung wie ein permanentes Kribbeln („Ameisenlaufen“), ein persistierendes Kopfhautbrennen oder ähnlich einem festen Band („Stahlband“) über den Schädel (vgl. auch vasomotorischer Kopfschmerz).

Allgemein bekannt ist z.B., daß fast 60 % der Männer unter Bruxismus (nächtlichem Zähneknirschen) leiden.[2]

Einhergehend mit der Tension der Muskulatur wird die mit ihr vernetzte obere Kopfhaut über das knöcherne Schädeldach gespannt.

Die Spannung der Haut steigt, gebildet aus den Spannungsvektoren von Musculus frontalis und Musculus temporoparietalis, über dem gesamten Schädeldach, insbesondere entlang der Sutura sagittalis.

[1] Die Aufzählung der betroffenen Muskeln ist hier nicht umfassend.
[2] Dr. Jean-Mark Pho Doc; Experte für Prothetik; Studie

7.1 Lokal spezifische Ausprägung der Verspannung

Die stärkste muskuläre Tension entsteht am Zusammentreffen der Spannungsvektoren von Musculus frontalis und Musculus temporalis. Durch die starke mechanische Umlenkung der Haut an Stirn und Scheitelbein wird die auftretende Spannung dort weiter konzentriert und trifft auf die exponierte Lage der in diesen Arealen verlaufenden Blutgefäße.

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Wird die Lichtung einer Arterie / einer Arteriole enger, so fließt (bei gleichem Blutdruck) weniger Blut durch sie. Dabei ändert sich der Blutstrom nicht in gleichem Maße wie der Durchmesser. Fällt der Durchmesser auf 50 % ab, so sinkt der strömungswirksame Querschnitt auf 25 % (quadratische Beziehung), der Strömungswiderstand steigt auf 1600 % (vierte Potenz). Die Durchblutung wird daher schon durch eine relativ geringe Verengung des Gefäßes deutlich vermindert.[1]

In der Folge kann, zunächst rein qualitativ, folgender, lokal sehr stark unterschiedlich resultierender, Grundzusammenhang zwischen der muskulären Tension und der Durchblutung aufgestellt werden:

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[1] Lipert, H; Lehrbuch Anatomie, München

7.2 Die Reduktion der lokalen Durchblutungs- / Stoffwechselqualität

Die Anspannung der Kopfhaut über dem knöchernen Schädeldach kann mit der Wirkung einer über den Schädel gespannten Gummikappe verglichen werden.Die enger über den Schädel gespannte Kopfhaut bewirkt eine lokal stark differierende Querschnittsverringerung der unter der Haut verlaufenden feinsten arteriellen und venösen Blutgefäße.

Die Querschnittreduktion der feinen arteriellen und venösen Blutgefäße determiniert die darauf folgenden Basis-Effekte:

  • Reduktion der Blutversorgung in den spezifischen Kopfhaut-Arealen
  • Reduktion der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung dieser Areale
  • Reduktion der lokalen Stoffwechselproduktentsorgung

Die Auswirkungen der Spannung auf den Haarausfall zeigen sich primär im frontalen Bereich und im Bereich des Schädeldaches. Diese Areale werden von deutlich weniger Blutgefäßen durchzogen.[1] Die Effekte können zusätzlich verstärkt werden durch die Beeinträchtigung der Mikrozirkulation in der sich in Falten legenden Stirnpartie, die Beeinträchtigung der lokalen Lymphzirkulation und den hohen Eigenenergieverbrauch der anschwellenden Muskulatur („steal-effect“).

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[1] Goldman BE, Fischer D, Ringler S; Transcutaneous PO2 of the Scalp in Male Pattern Baldness: A New Piece to the Puzzle. Plastic & Reconstructive Surgery.

7.3 Messungen: Untersuchungsergebnisse zur subkutanen Durchblutung bei Alopezie

Die Annahmen werden bestätigt durch eine Studie, die eine signifikant geringere Durchblutung in den frontalen und oberen Schädelregionen bei Männern mit Haarausfall gegenüber einer Kontrollgruppe ohne Haarausfall feststellte.[1] Der SBF (subkutane Blutfluss) wurde mit der 133Xe-Auswasch- / Diffusions-Methode[2] in der Kopfhaut von 14 gesunden Betroffenen mit der männlichen Form der Alopezie (Hamilton-Norwood III + IV) und etwa 14 gleichaltrigen, ebenfalls gesunden, Kontroll-Personen ohne Haarausfall untersucht.

100 µCi des radioaktiven Markers (i.e. 0,01 – 0,02 ml 133Xe, aufgelöst in isotonischer Salzlösung) wurden subkutan in die Kopfhaut über dem Vertex injiziert. Mittels eines Gamma-Spektrometers wurde die Aktivität des subkutanen Blutflusses aufgezeichnet und nach der Kety-Gleichung berechnet.

Der subkutane Blutfluss war bei Betroffenen mit Haarausfall in den betroffenen Schädelarealen (Vertexbereich) 2,6 mal geringer (entsprechend einer Reduktion von 61,9 %), als die Werte in der Kontrollgruppe. Dieser Unterschied war statistisch signifikant. Das bedeutet, der subkutane Blutfluss in diese Kopfhautareale beträgt nicht mehr das 10-fache, wie zellbiologisch erforderlich, sondern nur noch das 3,8-fache und provoziert dadurch eine gravierende Unterversorgung des lokalen Gewebes.

Eines der ersten klinischen Anzeichen eines reduzierten äußeren / peripheren Blutflusses ist Haarausfall. So zeigen Goldmann et al als eine der ersten Auswirkungen von vaskulärer Insuffizienz der unteren Extremitäten Haarausfall in den betroffenen Gebieten auf.[3]

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Nach einem weiteren Verfahren zur Messung der peripheren Zirkulation[4] kann die Zeit gemessen werden, die vergeht, bis nach einem kompletten Verschluss der vorsorgenden Adersysteme mittels einer zirkulär um den Kopf angebrachten Aderpresse (Sauerstoffsättigung unter 2 mmHg / Blutleere) der zuvor gemessene Ausgangswert der Sauerstoffsättigung im Gewebe nach Entfernen dieser Aderpresse wieder hergestellt ist. In die Studie wurden 18 Probanden über 18 Jahre aufgenommen, 9 mit fortgeschrittener Alopezie (Stirnglatze) und 9 Probanden in der Kontrollgruppe ohne Alopezie.

  • Die Alopezie-Gruppe weist nach dieser Untersuchung im Vergleich zur Kontrollgruppe einen im Durchschnitt um 26 mmHg/min
    (minus 46,18 %) schlechteren Blutfluss auf
  • Innerhalb der Alopeziegruppe ergibt sich ein signifikanter Unterschied bei den Werten des frontalen(haarlosen) und temporalen
    (behaarten) Bereichs von 36,5 mmHG/min (minus 54,64 %)
  • Innerhalb der Kontrollgruppe ohne Haarausfall fallen die Unterschiede frontal zu temporal weit geringer aus
  • Bei den temporalen Werten ist das Delta zwischen beiden Gruppen ebenfalls sehr gering (15 %)

In Folge des stark eingeschränkten subkutanen Blutflusses tritt in eine messbare, signifikant reduzierte Sauerstoffsättigung der betroffenen Kopfhautareale ein.
[1] Klemp P, Peters K, Hansted B; Subcutaneous Blood Flow in Early Male Pattern Baldness; Journal of Investigative Dermatology
[2] Radioaktives Edelgas Xenon. Wird zur quantitativen Messung der Organ-/durchblutung per Injektion verwendet. Messung in ml / 100 g / min
[3] Goldman BE, Fischer D, Ringler S; Transcutaneous PO2 of the Scalp in Male Pattern Baldness: A New Piece to the Puzzle. Plastic & Reconstructive Surgery
[4] Goldman et al

7.4 Messung: Sauerstoffsättigung im Gewebe

In der beschriebenen Untersuchung zur subkutanen Durchblutung der Kopfhaut wurde auch die transkutane Sauerstoffsättigung (PO2) im Gewebe bestimmt. Wie erwähnt, wurden 18 Probanden über 18 Jahre untersucht[1], 9 mit fortgeschrittener Alopezie (Stirnglatze) und 9 Probanden in der Kontrollgruppe ohne Alopezie.

Bei allen untersuchten Personen wurde die transkutane Sauerstoffsättigung frontal (Stirnregion) und temporal (Donor-Areal / behaarte Zone über den Ohren) über einheitliche Messpunkte (Messung in mmHG) abgenommen.

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Bezüglich der Sauerstoffsättigung (PO2 / mmHG) des Gewebes der betreffenden Areale konnte ein eklatanter Unterschied in beiden Kontrollgruppen festgestellt werden.

  • Bei der Gruppe mit Haarausfall liegt der Vergleichswert im frontalen Bereich (mit Haarausfall) um 19,6 mmHG und damit deutlich unter dem Wert des (behaarten) Donor-Areals. Das entspricht einer signifikanten Reduktion der Sauerstoffsättigung des Gewebes um über 37 %!
  • Im Gegensatz dazu weisen die Messergebnisse in der Kontrollgruppe keinen signifikantenUnterschied zwischen den frontalen und temporalen Sättigungswerten auf, was auf eine ausgewogene Sauerstoffsättigung schließen lässt
  • Im Vergleich zum behaarten Donor-Areal der Betroffenen ohne Haarausfall weisen die Betroffenen mit Haarausfall in der frontalen Region dort sogar einen um 29,2 mmHG geringeren Wert auf. Dies entspricht einer Reduktion der Sauerstoffsättigung von – 47,56 %
  • Der Wert der Haarausfall-Gruppe liegt im Frontalbereich im Durchschnitt um 21,7 mmHG (d.h. um 40,26 %) unter dem der Vergleichsgruppe ohne Haarausfall
  • Vergleicht man noch die Werte der beiden Untersuchungsgruppen bezüglich des temporalen Bereiches, so ergibt sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied. Das zeigt auf, daß derbesonders stark abweichende Frontalis-Wert den ausschlaggebenden Faktor darstellt

Die microvaskuläre Insuffizienz in den von Haarausfall betroffenen Kopfhautarealen führt also, verglichen mit nicht betroffener Kopfhaut, zu einem erheblichen Sauerstoffmangel des Gewebes.

Eine Studie von Hunt und Pai[2] zeigt, daß die Kollagen-Synthese in den Fibroblasten ernsthaft gestört ist, wenn die Sauerstoffsättigung des versorgenden Gewebes unter 40 mmHG fällt. Der von Goldman et al. in Alopeziearealen gemessene Wert unterschreitet also deutlich den Level der für ein normales, ausreichendes Haarwachstum erforderlich ist.

Schlußfolgerung für die Behandlung:

Die lokale Verbesserung der Sauerstoffsättigung und Nährstoffversorgung in den betroffenen Gebieten ist eine Grundvoraussetzung für die Behebung des typischen (Verlauf und Form) Effluviums.

[1] Goldman BE, Fischer D, Ringler S; Transcutaneous PO2 of the Scalp in Male Pattern Baldness: A New Piece to the Puzzle. Plastic & Reconstructive Surgery
[2] Hunt TK, Pai MP. The effect of varying ambient oxygen tensions on wound metabolism and collagen synthesis. Surg Gynecol Obstet.

8 Folge: Zellbiologische, alters- und geschlechtsspezifische Abläufe im betroffenen Follikel

Warum tritt dieser Haarausfall speziell bei Männern so gravierend stark auf? Frauen wie Männer konzentrieren sich stark, stehen unter hoher physischer wie psychischer Anspannung und Stress. In der Folge kann der Tensions-Effekt auf den Haarfollikel auch bei Frauen schon in jüngeren Jahren beobachtet werden, jedoch um ein Vielfaches schwächer. Männer reagieren zum einen stärker mit muskulärer Spannung auf exogene Reize, Frauen verfügen zudem oft über ein anderes Stress-Management.

Wesentlich für die bei Männern so heftig auftretenden Auswirkungen der Tension ist jedoch die dramatisch verstärkende Wirkung des ca. 15-fach höheren männlichen Androgenspiegels auf die Anlagerung von DHT in den Haarfollikeln.

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Androgene werden vor allem in den Leydig-Zwischenzellen des Hodens, kleine Androgenmengen im Ovar und der Nebennierenrinde, synthetisiert. Der Abbau erfolgt vor allem in der Leber, daneben in der Haut und der Prostata. Das wichtigste Androgen und das im Serum am höchsten konzentrierte, ist das eingangs aufgeführte Testosteron. Dieses Androgen ist für die Entwicklung des männlichen Individuums von ausschlaggebender Bedeutung. Aus Testosteron entsteht durch Reduktion (5a-Reduktase) der aktive Metabolit 5a-Dihydrotestosteron (DHT). Es stellt die biologisch wirksame Form des Testosterons auf zellulärer Ebene dar und wirkt an speziellen Androgenrezeptoren.

Die Studie von Hunt und Pai [1] zeigt auf, daß die Kollagen-Synthese in den Fibroblasten ernsthaft gestört ist, wenn die Sauerstoffsättigung des versorgenden Gewebes unter 40 mmHg fällt. Analog dazu wirkt sich die Sauerstoffunterversorgung in den noch weit zellteilungs-aktiveren Haarmatrixzellen auf die Keratin-Produktion aus.

DHT sammelt sich vermehrt an den Rezeptoren der schlechter durchbluteten Haarwurzeln an („Verhornung“): Erblich bedingter Haarausfall wird ausgelöst oder verstärkt.

Das Enzym Lysyl-Hydroxylase wird von der Blut- und Nährstoffversorgung abgeschnitten. Es ist zuständig für den Aufbau der Bindegewebsfasern in der Kopfhaut. Für seine Funktion benötigt es verschiedene Cofaktoren, unter anderem Sauerstoff. Dieser Cofaktor steht nur noch ungenügend zur Verfügung. Die Ausbildung der Bindegewebsfasern (Haarkörper) wird reduziert.

Die Anagen-Phase des Haares verkürzt sich, die telogene Phase dehnt sich (über mehrere Zyklen hinweg) aus. Die Wurzel schrumpft, der Haarfollikel degeneriert. Der Übergang in die Anagenphase findet nicht mehr statt. Das Haar gilt schließlich als ausgefallen.

Bei Frauen beruht der Effekt vor der Menopause praktisch ausschließlich auf der reinen durchblutungsmindernden Wirkung der Spannung. Bei ihr wird in der Folge am Scheitel und am Vertex lediglich eine leichte Ausdünnung des Haares beobachtet (sh. Ludwig-Schema). Häufig tritt Haarausfall bei Frauen verstärkt nach der Menopause auf. Dann fällt der Östrogenspiegel als Antagonist zum Androgenspiegel weg, Bindungseiweiße im Blut sind vermindert; der freie Androgenspiegel steigt. Der Haarwuchs am Körper kann sich durch den höheren DHT-Spiegel evtl. verstärken. Auf dem Kopf tritt aber vermehrt Haarausfall auf.

[1] Hunt TK, Pai MP. The effect of varying ambient oxygen tensions on wound metabolism and collagen synthesis. Surg Gynecol Obstet.

8.1 Effekte I: Der typische Verlauf des Effluviums im Bereich des tensionsbedingten „Spannungsdreiecks“

Insgesamt muß der Verlauf des Haarausfalls gemäß der Spannungsbeanspruchung des Gewebes innerhalb eines typischen „Spannungsdreiecks“ stattfinden. Zusätzlich begünstigend wirkt sich auf den (typischen) Verlauf und den Fortschritt des Effluviums aus, daß der frontale Bereich und das Schädeldach von deutlich weniger Blutgefäßen durchzogen sind.[1] Dort liegen also physiologische Rahmenbedingungen vor, die das follikulare System besonders empfindlich auf die erhöhte muskuläre Tension reagieren lassen.

Diese physiologischen Rahmenbedingungen können als genetisch disponiert, also vererbbar, angesehen werden. Sie beeinflussen die individuell unterschiedliche Reaktionsgeschwindigkeit auf die muskuläre Tension mit Haarausfall.

388d0c_147bb3e48ecc4ebcb82533704ea663b8Beispielgraphik Mann. Aufgrund der oft deutlich höheren Spannungswerte der oberen Schädelmuskulatur und der deutlich höheren Testosteron- / DHT-Werte ist der Haarausfall hier oft schon Mitte 20 sehr ausgeprägt.

Bei Frauen ist die Ausprägung des Haarausfalls aufgrund des geringeren Testosteron- / DHT-Spiegels generell schwächer. Eine drastische Verstärkung tritt häufig mit der Menopause ein, wenn sowohl der Östrogenwert als auch Eiweißstoffe, die das Hormon Testosteron binden, sinken. Der Testosteron- / DHT-Wert im Serum steigt dann an. Die Neigung der Haarwurzeln, mit DHT zu verhornen, ebenfalls.

[1] siehe Goldman B et al., Studie Transcutaneous PO2 of the Scalp in Male Pattern Baldness (sh. oben)

8.2 Effekte II: Symptomatische Auswirkungen

8.2.1 Anschwellende Arteria temporalis superficialis

Bei vielen Betroffenen können wir in Phasen der starken psychischen oder physischen Anspannung durch die Querschnittsreduktion der Gefäße am Os parietale als Folge eines Rückstaus das Anschwellen der Arteria temporalis superficialis (Zornesader) beobachten.

8.2.2 Aussparung einer Haarinsel

Typischerweise wird bei beginnendem Haarausfall die Aussparung einer Haarinsel über der Stirn beobachtet. Diese resultiert aus der anatomischen Zweiteilung des Musculus frontalis über der Nasenwurzel.

Daneben können wir aber bei einzelnen Betroffenen auch, abhängig vom muskulären Spannungsbild, eine halbkreisförmige Entwicklung der Stirnglatze verfolgen.

8.2.3 Effekte III: Trichodynie, Haarschmerz, Kopfhautschmerz

Ca. 34 % der Betroffenen [1], die eine Haarsprechstunde besuchen, leiden unter Trichodynie („Haarschmerz“). Darunter versteht man Missempfinden an der Kopfhaut, wie Kribbeln („Ameisenlaufen“), persistierendes Kopfhautbrennen, Spannen der Kopfhaut und schmerzende Kopfhaut. Von einem Teil der Betroffenen werden diese Symptome als äußerst stark und sehr schmerzhaft, von praktisch allen Betroffenen als störend empfunden. Betroffen sind Männer wie Frauen.

Eine wesentliche Ursache ist nach unseren Untersuchungen der permanente Sauerstoffmangel in den betroffenen Kopfhautarealen und in den Muskeln. Die ständige Anspannung der Muskulatur ist für eine rein alaktazide Energiegewinnung zu lang. Da es sich um keine isotone, sondern um eine isometrische Muskelbeanspruchung handelt, wird zwar der Belastung adäquat vermehrt Muskelmasse gebildet, diese jedoch unzureichend mit neuen Blutgefäßen versorgt. Das Ungleichgewicht zwischen aufgebrachter Muskelkraft und bereitgestellter Energie bleibt bestehen oder verschlechtert sich. Die aus dem Muskelglykogen stammende Glucose wird unvollständig verbrannt, wobei Lactat (Milchsäure) entsteht, das sich in der beanspruchten Muskulatur anhäuft. Dies kann zu einer metabolischen Azidose („Übersäuerung“) des Muskels führen, die sehr schmerzhaft sein kann. Parallel dazu laufen weitere pathologische Prozesse, möglicherweise chronisch entzündlich / sklerotischer Natur, in der Kopfhaut und in den Nerven ab, die diese Symptome verstärken.

[1] Rebora A, Semino MT, Guarrera M; Trichodynie; Dermatology

8.3 Der Vergleich mit bekannten exogenen (mechanischen) Einflussfaktoren

Neben dem endogenen Einflussfaktor ,muskuläre Tension` wird die Verspannung der Kopfhaut auch durch bekannte exogene mechanische Faktoren in gleicher Weise, ebenfalls mit der Folge Haarausfall, bewirkt.

a) Das Tragen schwerer oder eng auf der Kopfhaut aufsitzenden Lasten wie z. B. Helme.
b) Eine schwere Haartracht durch im Nacken geflochtenes, sehr langes Haar.
c) Eine zu straff gespannte Kopfhaut durch einen zu engen Ohrschnitt beim Gesichtslifting.
d) Ausfall der Haare über der gespannten Haut bei Atheromen (sackartige Knoten an Haarwurzeln).

Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, daß bei Wegfallen des exogenen Einflussfaktors die Haarfollikel wieder in die Wachstumsphase übergehen können. Wir konnten also bereits erwarten, daß eine kausal orientierte Therapie des Effluviums dieselbe Wirkung für die Betroffenen erzielt.

8.4 EMG-Messung des Einflussfaktors Tension, ElektroMyoGraphie

Messtechnisch kann der Einflussfaktor muskuläre Tension durch ein EMG (Elektromyogramm zur Messung der Muskeltension, hier eines Probanden; Führungskraft) dargestellt werden.

Der Ruhewert eines entspannten Musculus frontalis sollte unter 1 µV (bis 1,5 µV) liegen. Werte mit dem Faktor 2 gelten bereits als leichte Verspannung, mit dem Faktor 4 als stark verspannt. Der gemessene Ø -Wert liegt tatsächlich bei weit über 50 µV. Die Werte sind typischerweise auch beim Versuch der Entspannung nicht auf den Ruhewert zurückführbar (spasmischer Charakter der Tension).

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9 Das Gesamtbild der relevanten Einflussfaktoren des Haarausfalls

Wir müssen davon ausgehen, daß sich die einzelnen Faktoren kumulieren. Den ausschlaggebenden Effekt beim Überschreiten der „Haarausfallschwelle“ bildet dann, regional ausgeprägt, der ausschlaggebende Faktor Spannung. Er bewirkt, daß sich, beginnend am Os parietale, sämtliche Bedingungen dermaßen ausprägen, daß die dort positionierten Follikel gezwungenermaßen ausfallen müssen.

Die häufig angeführte „Vererbbarkeit von Haarausfall“ mag einerseits in der genetisch bedingten Empfindlichkeit des Follikels auf die DHT-Akkumulation liegen. Sie liegt aber genauso in der Ausprägung des individuellen Gefäßsystems, in der psychisch spezifischen Umsetzung von Stressoren und in der Reaktion mit muskulärer Tension.

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9.1 Anteile der symptomatischen Zeichen bei den Betroffenen

Für die betroffenen Betroffenen äußern sich die Begleitsymptome häufig in Form der dargestellten Pyramide.

  • Ca. 16 % der Männer in den Haarsprechstunden klagen bereits über Brennen und Kribbeln der Kopfhaut (Trichodynie)
  • Bei Frauen liegt dieser Wert bei über 30 %

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9.2 Die Phänomenologie im Überblick

Als Folge der Beobachtungen kann eine konsistente Phänomenologie aufgestellt werden, die erstmals sämtliche Aspekte des spezifischen Haarausfalls darstellt.

Stress, Spannung, Konzentration

Tension der Muskulatur / Kopfhaut
Faltenbildung, Spannungsempfinden, EMG-Werte

Endogen bedingte Querschnittsreduktion der filigranen Blutgefäße
Zu beobachten: Anschwellende Arteria temporalis superficialis

Reduktion Blutdurchfluss / Sauerstoffversorgung PO2 / Nährstoffversorgung

Reduktion Stoffwechselproduktentsorgung

Akkumulation Dihydrotestosteron (DHT) im Haarfollikel

Individuelle Disposition (hormonell, konditionell) und DHT-Sensibilität

Spezifischer Haarausfall an
Geheimratsecken
(Denker-) Stirn TonsurSchädeldach

9.3 Das aus den Untersuchungen gewonnene Modell erläutert insbesondere:

  • Das postpubertäre Auftreten des Haarausfalls, meist beginnend in der Zeit der Berufsausbildung
  • Das starke Auftreten des Haarausfalls in Zeiten hoher psychischer (auch physischer) Belastung
  • Die Konzentration des Haarausfalls auf spezifische Areale des Schädels
  • Die relative Unwirksamkeit der Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil bei „Geheimratsecken“
  • Die zeitlich-räumliche Ausdehnung über die betroffenen Areale hinweg (Spannungsdreieck)
  • Die Aussparung einer Haarinsel im Bereich der anatomischen Zweiteilung des Musculus frontalis
  • Das Auftreten der Tonsur mit deutlichem zeitlichem Verzug
  • Die Verstärkung des Haarausfalls am Kopf mit Ansteigen des Testosteron-Spiegels (DHT) bei parallel einhergehender stärkerer Körperbehaarung (Redewendungen im Volksmund wie „Männer mit Glatzen besitzen einen hohen Testosteronspiegel“ und insbesondere Begriffe wie „Denkerstirn“ und „Gehemiratsecken“ wurden aus einem Umfeld abgeleitet, in dem bereits vor vielen Jahrzehnten konzentrierte Gedanken-Arbeit und die damit einhergehende muskuläre Tension zu einem vermehrten Haarausfall vom Typus Alopecia Contentionalis führte).

10 Schlußfolgerung und Behandlungsempfehlung

Die auf den Forschungsergebnissen aufbauende AC-Therapie® gegen Spannungshaarausfall (Alopecia Contentionalis)

Unser Forschungs-Modell erklärt den (verlaufs- und formtypischen) Haarausfall bei Mann und Frau erstmals lückenlos in aller Umfänglichkeit und bietet damit den Ansatz für eine kausalorientierte und damit höchst erfolgversprechende Therapie, die den Haarausfall unserer Betroffenen stoppen und darüber hinaus eine möglichst weitgehende Follikelreaktivierung und Verjüngung der Haarlinie erzielen soll.

Die Primärtherapie dieses Haarausfalls muß in einer

  • konsequenten Reduktion der verursachenden muskulären Tension
  • und der Wiederherstellung der subkutanen und kutanen Durchblutungsqualität bestehen.

Bleibt die Verspannung unbehandelt, können klassische Behandlungsansätze nicht nachhaltig greifen.

Es stehen grundsätzlich 4 therapeutische Möglichkeiten zur Relaxation zur Verfügung:

  • Autogenes Training / Entspannungstraining
  • Bio-Feedback
  • AC-TR („AC Tension Reliever“)
  • Medikamentöse Muskelrelaxation

Alle diese Verfahren können, mit deutlichst unterschiedlichen Anforderungen an Zeitaufwand und Disziplin des Betroffenen, zum gewünschten Erfolg führen.

  • Das autogene Training stellt den natürlichsten Weg dar, wieder zu einer entspannten Schädelmuskulatur zu gelangen. Der vom Betroffenen zu erbringende Zeitaufwand liegt bei konsequent 2 mal täglich ca. 15 bis 20 Minuten. Ein erster Effekt ist leider erst nach vielen Monaten intensiven Trainings zu erwarten. In der Literatur wird in Einzelfällen berichtet, dass nach langem, intensivem Entspannungstraining wieder verstärkter Haarwuchs zu beobachten ist.[2]
  • Beim Bio-Feedback wird die muskuläre Spannung über Haut-Elektroden, die direkt über dem betroffenen Muskel angebracht werden, gemessen. Der Patient erfährt, wie bei der EMG-Messung, über ein optisches und akustisches Signal seine Muskelspannung und lernt dadurch gezielt, diesen Muskel zu entspannen. Bezüglich des zeitlichen Aufwandes und der Dauer bis zu den ersten Effekten gilt das selbe wie unter a) ausgeführt.
  • Der AC-Tension Reliever wird ähnlich wie ein Stirnband getragen. Er reduziert die Hautspannung über pneumatische Luftkissen, die die Haut entgegen der Spannung wieder dehnen. Das Ziel ist es, während der Zeit des Tragens eine bessere Blut- und Sauerstoff-Versorgung zu schaffen. Auch dieses System muß konsequent mehrere Stunden täglich getragen werden und fordert vom Betroffenen einen hohen zeitlichen Aufwand und Disziplin.
  • Ein sehr schnell wirkendes Verfahren stellt die lokale medikamentöse Muskelrelaxation dar. Dieses Verfahren ist bei vielen medizinischen Indikationen seit Jahren äußerst bewährt und wird bereits sehr erfolgreich bei Spannungskopfschmerz / vasomotorischem Kopfschmerz oder auch Migräne angewendet. Die entspannende Wirkung nach der Behandlung beim Facharzt setzt bereits innerhalb von ca. 4 Tagen ein und hält für etwa 4 bis zu 6 Monaten an.

10.1 Praktische Aspekte in der Behandlung von spannungsbedingtem Haarausfall, Alopecia Contentionalis:

  • Die drei erstgenannten Verfahren sind mit einem sehr hohen zeitlichen Aufwand verbundenSie erfordern die unbedingte Konsequenz der regelmäßigen Anwendung
  • Bis zu den ersten Effekten werden, bei den oftmals bereits spasmisch ausgeprägten Verspannungen der betroffenen Muskulatur, mehrere Monate vergehen
  • Die meisten Betroffenen wollen ihren Haarausfall jedoch möglichst direkt und effektiv stoppen und möglichst viele der bereits inaktiv gewordenen Haarfollikel (Telogenphase) retten. Diese Ziele können nach bisheriger Erfahrung am einfachsten und schnellsten durch die medikamentöse Muskelrelaxation erreicht werden.

[1] AC-Therapie ist eine registrierte Marke der biokyb life science AG
[2] Peter Kelder, Die fünf Tibeter, Fischer Verlag


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