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AC-Therapie gegen Haarausfall

Trichodynie, Haarschmerz der Kopfhaut

Missempfindungen an der Kopfhaut, wie Kribbeln („Ameisenlaufen“), Kopfhautbrennen, Spannen der Kopfhaut und schmerzende Kopfhaut (oder „Haarwurzeln“) werden als Trichodynie bezeichnet (trichos, griech. Haar; dynê, griech. Schmerz).Trichodynie geht häufig mit Haarausfall einher. Die Symptome werden teils als äußerst stark und schmerzhaft und von praktisch allen Betroffenen zumindest als störend empfunden. Viele Patienten berichten über eine Beeinträchtigung der Konzentration und der Lebensqualität.

Betroffen sind Männer wie Frauen. Charakteristisch für die Trichodynie ist, daß keine Veränderungen auf der Kopfhaut zu finden sind, wie zum Beispiel Pilzbefall.

Bislang existierte keine schlüssige Erklärung, wodurch dieses Missempfinden hervorgerufen wird. Viele Patienten fühlten sich mangels schlüssiger Erklärungen alleine gelassen. Etlichen Ärzten außerhalb der Dermatologie war der Haarschmerz gänzlich unbekannt. Die Betroffenen wurde häufig nicht ernst genommen oder die Trichodynie sogar als psychische Störung abgetan.

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Bisherige Erklärungsversuche der Trichodynie

Typischerweise wird den Betroffenen mitgeteilt, die Symptome seien Ausdruck von psychischen Dauerspannungen. Ein dermatologischer Befund ist meist nicht zu finden. Als eine mögliche Ursache für die Trichodynie wurden bislang häufig Botenstoffe des Körpers, wie die so genannte „Substanz P“ gesehen. Warum es jedoch zu einer verstärkten Bildung dieses Botenstoffes kommen sollte, war dabei ungeklärt. Als weitere mögliche Ursache werden Entzündungen der Kopfhaut bei verschiedenen Haarerkrankungen gesehen.

Die psychische Belastung ist Ursache und Wirkung bei der Trichodynie

Viele Betroffene berichten von einer lang anhaltenden Belastung, von Stress oder von höchster Konzentration. Diese geht meist mit einer starken Verspannung (Tension) der über den oberen Schädel verlaufenden Muskulatur einher. Allgemein bekannt ist z. B, daß sich Verspannungen bei fast 60 % der Männer als Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) äußern. (2). Klar abzugrenzen ist die Trichodynie vom klassischen „Kopfschmerz“, dessen verschiedene Manifestationen sehr unterschiedliche Ursachen haben können und der vom Betroffenen völlig anders wahrgenommen wird.

Anzahl der Betroffenen bei der Trichodynie

In einer Studie (1) wird festgestellt, daß bis ca. 34 % der Patienten, die eine Haarsprechstunde besuchen, unter Trichodynie leiden. Dabei ist der Begriff Trichodynie („Haarschmerz“, „Haarweh“ bezeichnet) nicht exakt, da es sich nicht um einen Schmerz des Haares, sondern eher um einen Schmerz der Kopfhaut (systemisch betrachtet) handelt.

Die Trichodynie stellt für die Betroffenen eine sehr ernst zu nehmende Belastung und Beeinträchtigung dar. Dennoch existierte bislang keine spezielle, auf die Trichodynie ausgerichtete Behandlungsmöglichkeit. Viele Betroffene erfuhren Linderung durch Kopfhautmassagen oder Entspannungsübungen. Kurzfristig können Haarwasser helfen, leider sind diese Wirkungen häufig nur von kurzer Dauer.

Forschungsergebnisse zur Trichodynie

Der Schädel ist umspannt von flachen Sehnen- und Muskelsträngen. Quer über das Schädeldach verlaufen, vernetzt mit der Kopfhaut, die Muskelgruppen von Muskulus frontalis an der Stirn, Musculus temporoparietalis an den Ohren und Musculus occipitalis am Hinterkopf. Der Schädel ist außerdem überzogen von einem baum- / astartigen Geflecht von feinen und feinsten Blutgefäßen, die die Muskulatur, die Haut und die Haarfollikel mit Blut und Nährstoffen versorgen.

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Die Anspannung der mimischen Muskulatur wird deutlich sichtbar in der „Zornesfalte“, den „queren Stirnfalten“ oder den „Krähenfüßen“. Gleichzeitig wird die mit der Muskulatur vernetzte obere Kopfhaut wie ein Gummituch straff über das knöcherne Schädeldach gespannt. Die Spannung der Kopfhaut steigt auf dem Schädeldach stark an. Die Extremwerte liegen im Bereich der Scheitelbeine und am Hinterkopf.

In EMG-Messungen (ElektroMyoGraphie) wird als normale Spannung des Muskulus frontalis (an der Stirn) ca. 0,7 bis 1,2 microVolt gemessen. Bei Patienten mit Trichodynie lassen sich Verspannungen im Bereich von ca. 30 microVolt, bis zu 180 microVolt messen. Sehr häufig kann diese Verspannung selbst unter Entspannungsübungen nicht unter Werte von ca. 15 – 30 microVolt gebracht werden.

Einhergehend mit der erhöhten Spannung bewirkt die enger über den Schädel gespannte Kopfhaut ein Zusammenpressen der unter der Haut verlaufenden feinsten arteriellen (Arterien, Arteriolen) und venösen Blutgefäße. Die verengten Blutgefässe können die betroffenen Kopfhautregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Der andauernde Blut- und Sauerstoffmangel im Gewebe führt zur Bildung von Stoffwechselprodukten. Die aus dem Muskelglykogen stammende Glucose wird unvollständig verbrannt, wobei Lactat („Milchsäure“) entsteht, das sich in der beanspruchten Muskulatur anhäuft. Dies kann zu einer „Übersäuerung“ des Muskels führen, die sehr schmerzhaft sein kann.

Durch die Muskelverspannungen werden außerdem die gesamten und sonstigen Rezeptoren (Fühler des Nervensystems), z. B. Chemorezeptoren,im Muskel, der Sehne oder auch im Bereich der Haut erregt. Es kommt zu intensiven Schmerzempfinden, ebenfalls verbunden mit dem Resultat Gefühlsstörungen (Ameisenlaufen, Kribbelgefühl).

Daneben führt der permanente Druck der Muskulatur zu einer erhöhten Reizung der Nerven. Die Nerven, die den Muskel versorgen, erfahren durch die Muskelverspannung eine Dauererregung und zeigen eine erhöhte Reizaktivität, was durch einen nicht willentlich gesteuerten Reflex wiederum zu einer Verstärkung der Muskelanspannung führt. Der Kreis von Muskelverspannung und Nervendauererregung schließt sich.

Behandlungsziel bei der Trichodynie

Der Komplex, der aus der Verspannung der Schädelmuskulatur resultiert und zur Trichodynie führt, muß gelöst werden.
Das kann durch Entspannungsübungen, durch Massagen oder durch muskelrelaxierende Mittel erreicht werden.

Muskelentspannende Mittel hemmen die dauernde Übertragung der Reizsignale zwischen Nervenenden und Muskeln und haben den Vorteil, daß sie bereits innerhalb von wenigen Tagen wirken. Diese effektive und nachhaltige Entspannung der Kopfhautmuskulatur ist das Ziel der AC-Therapie.

Wirkung der AC-Therapie beim Haarschmerzen

Die Wirkung (nachweisbare Muskelschwächung) beginnt nach ca. 2 bis 3 Tagen. Die Trichodynie kann dadurch fast immer beträchtlich gelindert beziehungsweise gänzlich behoben werden. Die Dauer der Gesamt-Wirkung dieser Behandlung kann sich individuell über einen Zeitraum von ca. 4 bis zu 7 Monaten erstrecken.

Bei einer klinischen Untersuchung mit 40 Behandelten konnte bei über 95 % eine deutliche Verbesserung der Trichodynie erzielt werden. 74 % der Behandelten waren anschließend an die Behandlung komplett ohne Symptome.

Die Wirkung der medikamentösen Muskelentspannung ist reversibel. Nach einer gewissen Zeit erreichen die Reizsignale den Muskel wieder. Die Behandlung kann dann wiederholt werden. Erfolgt die erneute Behandlung frühzeitig bei dem erneuten Einsetzen der Verspannungen, kann die Gesamtwirkungszeit der Folgetherapien noch erhöht werden.

(1) Rebora et al (Rebora A, Semino MT, Guarrera M., Trichodynia, Dermatoloy, bestätigt durch eine Studie von Kivanc-Altunay I. et al (“The presence of trichodynia in patients with tologen effluvium and androgenetic alopecia”, International Journal of Dermatology
(2) (Dr. Jean-Mark Pho Doc, Experte für Prothetik, Studie


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